Willkommen beim Atelier Ernährungswende.

Atelier
Der französische Begriff Atelier bedeutet Werkstatt. Es ist der Arbeitsplatz von Kreativen. Für uns ist eine Werkstatt ohne Kreativität keine Werkstatt.
Unsere Werkstatt hat zwar noch keinen Ort, ist aber für alle Kreativen schon geöffnet – gestalten wir die Zukunft gemeinsam.

Ernährung…
wieder in die eigenen Hände nehmen – selbst bestimmen – nicht an den
Markt sondern an unsere Bedürfnissen und die unserer Umwelt anpassen – muss alle glücklich machen.

Wende…
nicht zurück zum Vergangenem sondern hin zu einer Lebensweise auf die wir auch in 100 Jahren noch stolz sein können.

Bild: Die Auslöser, Berlin ©Meine Landwirtschaft

Die Idee

Das Atelier Ernährungswende gründet sich, wie es der Name zum Ausdruck bringt, auf der Idee, aktiv den Wandel des Ernährungssystems – hin zu umfassender Nachhaltigkeit für Umwelt, Tier und Mensch – voran zu bringen. Die Idee des Wandels folgt keinem statischen Konzept, sondern einem Entwurf, der sich im Laufe der Zeit entlang der Entwicklung der Beteiligten sowie der Herausforderungen weiter entwickeln kann und darf.

Die Beweggründe

Unser derzeitiges Ernährungssystem, geprägt durch die Herrschaft kurzfristigen Denkens, die Fixierung auf Produktivitätssteigerung und die damit einhergehenden Rationalisierungs-, Spezialisierungs- und Konzentrationsprozesse, ist in seiner Gesamtheit nicht nachhaltig. Der Wandel, hin zu einer ökologisch nachhaltigen und sozial gerechten Lebens- und Wirtschaftsweise, wird gehemmt, da bestehende Systeme und Strukturen sich oft selbst erhalten und sich verfestigen – ungeachtet ihrer Nachteile und der Erkenntnis, dass Veränderungen notwendig und Alternativen förderlicher wären. Der Zweck des Ateliers Ernährungswende liegt deshalb darin, mittels vielfältiger „Werkstätten“ und Projekte außerschulische Lern- und Entwicklungsfelder insbesondere im Bereich beruflicher aber auch allgemeiner Aus- und Weiterbildung anzubieten, die eine enkeltaugliche, umweltgerechte Lebens- und Wirtschaftsweise fördern.

Nichts existiert in der Natur für sich alleine.

Rachel Carson, Der stumme Frühling

Die Menschen hinter der Idee

Hinter dem Vorhaben stehen Lebensmittelhandwerker*innen, die mit ihrer Schaffenskraft, ihrem Gestaltungsvermögen und Können Veränderungen des Ernährungssystems bewirken wollen.
Die Kernkompetenz der Gründer*innen der gUG liegt im Bereich der Wertschöpfungskette Getreide, Mehl und Brot. Generell geht es beim Atelier Ernährungswende gleichwohl um alle Aspekte der Erzeugung, Herstellung und des Konsums gesunder, nachhaltiger Lebensmittel.

Anke Kähler
Vertreterin des
Gesellschafters

Lukas Kähler
Projektbezogene
Mitarbeiter

Peter Plaumann
Geschäftsführer

Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden

Prof. Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung

Die Umsetzung der Idee

Die „Werkstätten“ und Projekte dienen der Entwicklung nachhaltiger Produktionsweisen und Konsummuster und, in diesem Zusammenhang, der Fähigkeit zur Lösung von Hemmnissen. „Werkstätten“ finden auf und in Ackerböden, in Zuchtgärten, Ställen, Mühlen, Backstuben, Käsereien, Verkaufsläden, Schulen, Tagungshäusern oder in Laboren statt. In hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft, soll die gemeinnützige Gesellschaft an einem Ort mit Werkstatt, Gemeinschaftsküche und Gästezimmern ihr Zuhause finden.

Das Atelier Ernährungswende besteht aus Orten und Projekten des Zusammenkommens, für Menschen aus allen Altersgruppen und unterschiedlichen Erfahrungszusammenhängen. Sie bieten Raum und Zeit für die persönliche Entwicklung. Im Fokus des Zusammenkommens stehen die Neugier und die Lust an selbst gestaltetem, forschendem Lernen, an Reflektion sowie der Implementierung und Weitergabe der Ergebnisse. Zu den Prinzipien des Ateliers Ernährungswende gehört, dass „Lehrende“ mit  „Lernenden“ gemeinsam zu Forschern werden. Vielfältige motorische Elemente sowie die verschiedenen Sinneskanäle sollen genutzt und neue Wissensfelder in einen situativen Zusammenhang gestellt werden. Bildung und Entwicklung in ihrem Sinne bedeutet, im Wesentlichen schöpferisch zu agieren statt auf Missstände zu reagieren.

Endpunkte des Lernens sind nicht vorbestimmt. Dennoch wird bei der Bearbeitung von Themen im Zusammenhang von Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung und Ernährung angestrebt, die Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge der zerstörerischen Folgen der einzelnen Elemente des derzeitigen Ernährungssystems und die ihrer Interaktionen für Umwelt, Tier und Mensch erkennen zu können.

Schlussendlich geht es darum, Wissen, Fertigkeiten und Werte zu fördern, die der Entwicklung und Verwirklichung agrarökologischer Strukturen und Wertschöpfungsketten dienen.  Dazu gehört, die Souveränität und Kooperationsfähigkeit von Erzeuger*innen, handwerklichen Lebensmittelhersteller*innen und Konsument*innen zu stärken.

Die Initiator*innen der Atelier Ernährungswende gUG sind sich einig, dass für die Gesellschaft ein Höchstmaß an Unabhängigkeit wichtig ist, um die Ziele und ideellen Werte der Atelier Ernährungswende gUG realisieren zu können.

Von Lea Wind und Hannah Grund-Magomu, Universität Kassel – Ökologische Agrarwissenschaften, für das Projekt „Die  politische Pflanze“

Bild: Die Auslöser, Berlin ©Meine Landwirtschaft