VORWERTS

mit Erbsen und Weizen auf dem Acker, in Mühle und Bäckerei

Worum es geht

Unter dem Kurztitel VORWERTS ist das Projekt „Verwendung Oekologischer Rohstoffe aus Mischkultur in regionalen Wertschöpfungsketten als Reallabor“ der Universität Kassel im Juli 2023 an den Start gegangen. Gemeinsam mit dem Verband Die Freien Bäcker e.V. und der Atelier Ernährungswende gUG wird das Vorhaben über drei Jahre hinweg realisiert. Gefördert wird VORWERTS über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL).

VORWERTS bringt Akteurinnen aus der Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen um in einem offenen, ko-kreativen Prozess nachhaltige Lösungen für wachsende Herausforderungen der Landwirtschaft durch Klimaveränderungen zu entwickeln. Dass der direkte Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ein wirksames Instrument ist, um Innovationen zu entwickeln und notwendige Veränderungsprozesse zu beschleunigen, hat bereits der Projekt BAKWERT gezeigt. Ein zusätzliches Element im VORWERTS Projekt ist, das zusätzlich auch Verbraucherinnen einbezogen werden. Ein solches integratives Forschungskonzept, das außerwissenschaftliche und gesellschaftliche Akteure einbezieht, wird als Reallabor bezeichnet.

Förderung


Förderzeitraum 2023-2026

Mischkulturen

Mit Kulturen, wie Erbse und Weizen, in Gemengeanbau kann sich die Landwirtschaft an Klimaveränderungen anpassen. Doch beschränkte sich der Anbau in Mischungen bisher meist auf die Erzeugung von Futter. Um mehr Bio-Landwirtinnen und Bio-Landwirte für den Anbau von Backweizen und Körnerleguminosen im Gemenge zu gewinnen, muss eine gute Wertschöpfung der Rohstoffe vom Acker bis zur Bäckerei gelingen.

Genau hier setzt das Projekt „VORWERTS – Verwendung Ökologischer Rohstoffe aus Mischkultur in regionalen Wertschöpfungsketten als Reallabor“ an. Das von der Universität Kassel koordinierte Projekt bringt acht regionale Bio-Wertschöpfungsketten für Weizen und Körnerleguminosen aus ökologischen Mischkulturen zusammen und bindet die Akteure und Akteurinnen in den acht Regionen intensiv ein: Öko-Landwirtinnen, Mühlen, Bio- Bäckereien sowie Konsumentinnen. „Mit dem Projekt VORWERTS werden wir eine Blaupause für transdisziplinäre Praxisforschung im Reallabor schaffen und konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbreitung von Weizen-Körnerleguminosen-Mischkulturen in regionalen Bio-Wertschöpfungsketten erarbeiten“, erläutert der Koordinator des VORWERTS- rojektes Torsten Siegmeier von der Universität Kassel.

Im Projekt werden unter Praxisbedingungen die agronomischen Leistungen und die Verarbeitungsqualitäten der Gemenge im Vergleich zu Reinkulturen bewertet. Schwerpunktmäßig geht es darum, die Korntrennung, Reinigung, Verarbeitungsqualität, Vermahlung und die Verarbeitung von Backweizen aus Mischkulturanbau zu Brot und Gebäck zu bewerten und zu optimieren. Der Hauptfokus liege im Projekt zwar beim Weizen, wie Anke Kähler vom Verein Die Freien Bäcker betont: „Die Praxisbetriebe haben darüber hinaus jedoch auch großes Interesse am Leguminosenmehl. Das greifen wir auf und organisieren zum Beispiel Workshops, in denen die Bäckerinnen und Bäcker verschiedene Anteile Erbsenmehl in unterschiedlichen Rezepturen testen und die Backwaren sensorisch bewertet werden.“ Um Optimierungspotenziale der Verarbeitungsprozesse zu identifizieren, wird der Backweizen aus der Mischkultur in zwei Backkampagnen verarbeitet und vermarktet.

Nicht zu Letzt geht es darum, den Mehrwert eines Brots aus Gemengeanbau an der Ladentheke sichtbar machen. Um Aufschluss über die Verbraucherakzeptanz und das Vermarktungspotenzial der „Mischkulturbrote“ zu erlangen, werden bei VORWERTS Kundinnen der Bäckereien einbezogen und Verkaufstests wie auch Befragungen durchgeführt. Alle beteiligten Bäckereien, Fachverkäuferinnen und Konsument*innen werden an einem gemeinsamen Marketingkonzept feilen. Durch die verschiedenen beteiligten Fachgebiete der Universität Kassel (Ökologischer Pflanzenschutz, BWL und Agrar- und Lebensmittelmarketing) werden die verschiedenen Perspektiven von Agronomie über Wirtschaftlichkeit hin zu Verbraucherakzeptanz wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Übersicht Projekte

GoSlowkal
Start 2021
mehr ➔

BBU
Start 2022
mehr➔


BAKWERT
Start 2021
mehr ➔

Regio Resilienz
Start 2021
mehr ➔

Quellen:


Pressemitteilung des BÖL